Boca Juniors

Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Boca Juniors
Basisdaten
Name Club Atlético Boca Juniors
Sitz Buenos Aires-La Boca, Argentinien
Gründung 3. April 1905
Farben Blau-Gelb
Mitglieder 132.432 (5. Februar 2016)[1]
Präsident Jorge Ameal
Website bocajuniors.com.ar
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Miguel Angel Russo
Spielstätte La Bombonera
Plätze 49.000
Liga Primera División
2018/19 3. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften Argentiniens und spielt seit der Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando oder im Volksmund La Bombonera ausgetragen. Bocas größter Rivale ist River Plate. Die Spiele zwischen den beiden Vereinen werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein neben Fußball auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte

Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein.
Fan-Graffiti der Mannschaft im Stadtteil La Boca

Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ (Deutsch: „Die Pralinenschachtel“) steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahre 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.[2]

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto Jacinto Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires und von 2015 bis 2019 Präsident von Argentinien war. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während die Stadtteile Belgrano und Núñez, auf deren Grenze sich das Stadion von River Plate befindet, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa soviel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung

Erfolge

Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

Das Stadion "Bombonera"

Als Profimannschaft gewann Boca Juniors seit 1931 insgesamt 33 Mal die argentinische Meisterschaft (Stand 2018). Außerdem im Jahre 1969 die Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und den Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 den Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) konnten die Boca Juniors bisher sechsmal gewinnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007). Außerdem dreimal den Copa Europea-Sudamericana (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit dem AC Mailand weltweiter Rekordhalter was Siege in internationalen Wettbewerben angeht. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs dann im Finale der FIFA Klubweltmeisterschaft aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn des FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein.

Nationale Titel

  • Argentinischer Meister: AAF 1919, AAF 1920, AAF 1923, AAF 1924, AAF 1926M, 1930, 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2000 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2012 (Apertura), 2015, 2016/17, 2017/18
  • Copa Argentina: 1969, 2012, 2015
  • Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925
  • Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944
  • Copa Estímulo: 1926
  • Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel

  • Weltpokal: 1977, 2000, 2003
  • Copa Libertadores: 1977, 1978, 2000, 2001, 2003, 2007
  • Copa Sudamericana: 2004, 2005
  • Recopa Sudamericana: 1990, 2005, 2006, 2008
  • Supercopa Sudamericana: 1989
  • Copa Master de Supercopa: 1992
  • Copa de Oro: 1993

Die erste Mannschaft

Kader der Saison 2018/19

Stand: 31. Januar 2019

Nr. Position Name
1 Argentinien TW Agustín Rossi
2 Argentinien AB Paolo Goltz
3 Argentinien AB Emmanuel Más
4 Argentinien AB Julio Buffarini
5 Argentinien MF Fernando Gago
6 Paraguay AB Júnior Alonso
7 Argentinien ST Cristian Pavón
9 Argentinien ST Darío Benedetto
10 Argentinien ST Carlos Tevez
12 Argentinien TW Marcos Díaz
13 Argentinien AB Kevin Mac Allister
15 Uruguay MF Nahitan Nández
17 Argentinien ST Ramón Ábila
18 Kolumbien AB Frank Fabra
19 Argentinien ST Mauro Zárate
Nr. Position Name
22 Kolumbien ST Sebastián Villa
23 Argentinien MF Iván Marcone
24 Argentinien AB Carlos Izquierdoz
25 Argentinien TW Javier Bustillos
27 Kolumbien MF Jorman Campuzano
28 Argentinien TW Manuel Roffo
30 Argentinien MF Emanuel Reynoso
31 Argentinien TW Esteban Andrada
37 Argentinien MF Nicolás Capaldo
39 Argentinien MF Agustín Almendra
40 Argentinien MF Julián Chicco
42 Argentinien AB Marcelo Weigandt
Argentinien AB Lisandro López
Argentinien MF Alexis Messidoro
Argentinien ST Agustín Obando

Trainer- und Funktionsteam (Auswahl)

Cheftrainer Guillermo Barros Schelotto (2014)
Nat.NameFunktion
Trainerstab
ArgentinienGuillermo Barros SchelottoCheftrainer
ArgentinienGustavo Barros SchelottoCo-Trainer
ArgentinienAriel PereyraCo-Trainer
ArgentinienJuan José RomeroTorwarttrainer
Fitnesstrainer
ArgentinienJavier ValdecantosGesundheit und Fitness (Leitung)
ArgentinienCarlos Roberto CappellaFitnesstrainer
ArgentinienCarlos Hugo CappellaFitnesstrainer
Medizinische Abteilung
ArgentinienPablo Ortega GalloMannschaftsarzt
ArgentinienRubén AraguasKinesiologe

Bekannte ehemalige Spieler

Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera statt[3]

Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena

Vor 1970

  • Américo Tesorieri (1916–1927), Torhüter
  • Roberto Cherro (1926–1935)
  • Francisco Varallo (1931–1939)
  • Natalio Pescia (1933–1942)
  • Ernesto Lazzatti (1934–1947)
  • Raimundo Orsi (1936), Stürmer
  • Jaime Sarlanga (1940–1948)
  • Mario Boyé (1941–1949, 1955)
  • Severino Varela (1943–1945)
  • Antonio Angelillo (1956–1957)
  • Antonio Rattín (1956–1970)
  • Paulo Valentim (1960–1964), Brasilien
  • José Sanfilippo (1963)
  • Silvio Marzolini (1960–1972)
  • Antonio Roma (1960–1972), Torhüter
  • Alfredo Rojas (1964–1968)
  • Ángel Rojas (1963–1971)
  • Norberto Madurga (1965–1971)
  • Omar Larrosa (1967–1970)
  • Rubén Suñé (1967–1972, 1976–1980)
  • Julio Meléndez (1968–1972), Peru
  • Ramón Ponce (1966–1974)

1970er und 1980er

  • Enzo Ferrero (1971–1975)
  • Rubén Suñé (1969–1972, 1976–1980)
  • Alberto Tarantini (1973–1977)
  • Darío Felman (1975–1978)
  • Mario Zanabria (1976–1980)
  • Osvaldo Potente (1971–1975, 1979–1980)
  • Marcelo Trobbiani (1973–1976, 1981–1982)
  • Vicente Pernía (1973–1981)
  • Jorge Benítez (1973–1983)
  • Roberto Mouzo (1972–1984)
  • Ernesto Mastrángelo (1976–1981)
  • Rubén Suñé (1976–1980)
  • Ricardo Gareca (1978–1980, 1982–1984)
  • Diego Armando Maradona (1981–1982, 1995–1996, 1997)
  • Miguel Brindisi (1981–1982)
  • Hugo Gatti (1976–1989), hält als Torhüter zwei argentinischen Rekorde: 26 Elfmeter gehalten und mit 44 Jahren ältester Spieler der Liga
  • Jorge Comas (1986–1989)
  • José Melgar (1986–1988), Bolivien
  • Claudio Marangoni (1988–1990)

1990er

  • Carlos Tapia (1985–1987, 1988–1989, 1990–1991, 1992–1994)
  • Juan Simón (1988–1994)
  • Diego Latorre (1987–1992, 1996–1998)
  • Carlos Fernando Navarro Montoya (1988–96), der kolumbianische Torhüter stellte einen argentinischen Rekord auf: 180 Spiele hintereinander in der Liga
  • Gabriel Omar Batistuta (1990–1991)
  • Alberto Márcico (1992–1995)
  • Sergio Martínez (1992–1997)
  • Blas Giunta (1989–1993, 1995–1997)
  • Cristian (Kily) González (1995–1996)
  • Nelson Vivas (1994–1997)
  • Rodolfo Arruabarrena (1993–1996, 1997–2000)
  • Diego Cagna (1995–1998, 2003–2005)
  • Claudio Paul Caniggia (1995–1996, 1997–1998)
  • Juan Sebastián Verón (1996)
  • Nolberto Solano (1997–1998), Peru
  • Walter Adrián Samuel (1997–2000)
  • Óscar Eduardo Córdoba Arce (1997–2001), kolumbianischer Torhüter
  • Mauricio Serna (1998–2002), Kolumbien
  • Nicolás Burdisso (1999–2004)

2000er

  • Juan Román Riquelme (1996–2002, 2007, 2008–2014)
  • Guillermo Barros Schelotto (1997–2007)
  • Marcelo Delgado (2000–2003, 2005–2006)
  • Clemente Rodríguez (2000–2004, 2007, 2010–2013)
  • Naohiro Takahara (2001–2002)
  • Carlos Tévez (2001–2004, 2015–2017, seit 2018)
  • Rolando Schiavi (2001–2005, 2011–2012)
  • Iarley (2003–2004)
  • Luis Amaranto Perea (2003–2004)
  • Fernando Gago (2004–2006, seit 2013)
  • Federico Insúa (2005–2006, 2009–2010)
  • Rodrigo Palacio (2005–2009)
  • Jesús Dátolo (2006–2009)

Top 10 nach Toren

(Stand: 18. Dezember 2016; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore
1 Argentinien Martín Palermo1997–2000,
2004–2011
236
2 Argentinien Roberto Cherro1925–1938 221
3 Argentinien Francisco Varallo1931–1939 194
4 Argentinien Domingo Tarasconi1922–1932 193
5 Argentinien Jaime Sarlanga1940–1948 128
6 Argentinien Mario Boyé1941–1949, 1955 123
7 Paraguay Delfín Benítez Cáceres1932–1938 115
8 Argentinien Pío Corcuera1941–1948 98
9 Argentinien Pedro Calomino1911–1924 96
10 Uruguay Sergio Martínez1992–1997 86
Argentinien Guillermo Barros Schelotto1997–2007 86
* = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer

  • Ungarn Ferenc Plattkó (1949)
  • Ungarn György Orth (1954)
  • Chile Fernando Riera (1971–1972)
  • Argentinien Juan Carlos Lorenzo (1976–1979, 1987)
  • Argentinien César Luis Menotti (1987, 1993–1994)
  • Argentinien Carlos Bianchi (1998–2001, 2003–2004, 2012–)
  • Argentinien Miguel Brindisi (2004)
  • Argentinien Alfio Basile (2005–2006, 2009–2010)
  • Juan Carlos Lorenzo gewann fünf Titel mit dem Club. Darunter war auch der zweimalige Gewinn des Copa Libertadores (1977 und 1978). Bianchi konnte in La Boca neun Titel einfahren. Viermal gewann er die argentinische Meisterschaft, dreimal den Copa Libertadores und zweimal den Weltpokal.

Basketballabteilung

Auch im Basketball gehört Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein konnte in dieser Sportart folgende Erfolge erzielen:

Volleyball

Die Volleyballabteilung von Boca Juniors ist ebenfalls auf nationalem Level erfolgreich. Die Damen sind Rekordmeisterinnen und spielen derzeit in der höchsten argentinischen Liga. Auch die Herren spielten zwischen 1996 und 2015 insgesamt zehn Saisons in der höchsten argentinischen Liga.

Unter anderem wurden folgende Titel erzielt (Stand Feb. 2019):

  • Argentinische Meisterschaft (Frauen): 2010/11, 2011/12, 2013/14, 2014/15, 2018.

Weitere Sportarten

Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans

Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa zweitausend Mitglieder.

Commons: CA Boca Juniors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mercado.com: Mitgliederzahl Boca Juniors
  2. Mathias Ehlers: Das heißeste Derby der Welt. In: 11 Freunde. 8. Mai 2009, abgerufen am 8. Dezember 2009.
  3. Abschiedsspiel Maradonas
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